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Der Verein Mala Êzîdiyan Berlin e.V.
Der Verein
Mala Êzîdiyan Berlin e.V. existiert
unter diesem Namen seit November 2004.
Der Verein
ist eine demokratische Interessenvertretung der Êzîdî und derer, die sich nach
êzîdischen Grundsätzen orientierenden Menschen getroffen haben. Er möchte im
Dienste des friedlichen Zusammenlebens der Menschen tätig sein.
Wir wissen,
dass diese Aufgabe eine Anspruchsvolle und nicht leicht zu realisierende Aufgabe
ist. Wir wissen aber andrerseits auch, dass nur mit Beharrlichkeit und am Ziel
halten solche Aufgaben angegangen werden können.
Auf diesem
Wege Rückschläge zu erleben gehört zur Tagesordnung aber selbst kleine Schritte
nach Vorn sind es Wert vom erklärten Ziel nicht abzurücken. Da unserer
Überzeugung ist, dass nur die Menschen gemeinsam einen Menschwürdiges Leben
gestalten können.
In diesem
Sinne und im Sinne des Êzîdentums wollen wir mit anderen Menschen, mit Menschen,
die das Zusammenleben der Menschen und Verständigung zwischen ihnen fördern und
die Gewalt grundsätzlich ablehnen zusammen arbeiten.
Kurze
Vorstellung des Êzîdentums
Êzîdentum
hat einige Grundsätze, die hier kurz erörtert werden:
Drei
wesentliche Grundsätze können die Unterschiede zu andern Kulturen verdeutlichen:
1.
Der Grundgedanke des Êzîdentums
basiert auf die Verantwortlichkeit des Individuums als Ganzheit. Er teilt die
Verantwortlichkeit zwischen Gut und Böse nicht auf;
2.
Der flexible Umgang mit Fundamenten
basierend auf die eigene Philosophie. Es wird ausdrücklich die Kompatibilität
der Fundamente mit den Erfordernisse des Fortschritts hervorgehoben. „Demekê bi
demê re, demekê bi dinê re belê her dem her dem bi xwedê re“ die Übersetzung des
Textes ist „ Teileweise mit der Zeit, Teileweise mit den Gegebenheiten, jedoch
jede Zeit mit dem Schöpfer“;
3.
Die Dauerhaftigkeit, was das
Gedankengut des Temporären negiert. Das Prinzip der Wiederkehr oder der
Reinkarnation, was die Verantwortung der Menschen gegenüber den Mitlebewesen,
welche bei der Wiederkehr die Basis des weiteren Lebens stellen würden,
verdeutlicht.
Die oben
genannten Grundsätze sind der maßgebliche Grund der Verfolgung der Anhänger
dieser Religion und dieses Kulturgutes der Menschheit.
Zu 1. in
dem der ezidische Gedanke die Verantwortlichkeit des Individuums
herauskristallisiert, läuft es Gefahr von den Mitbewerbern als Gotteslästerer,
Gottloser, Teufelsanbeter angesehen und somit dessen Anhänger freiwild für die
fanatischen Mitmenschen wird. Nicht zuletzt deshalb werden sie schon seit 1400
Jahren systematisch verfolgt. Es begann mit der Liquidierung ihrer Geistlichen
und endete mit Pogrome, was die Anhänger zur Flucht zwang und die geringe Anzahl
der Anhänger dieser Religion erklärt.
Zu 2. der
flexible Umgang mit den Fundamenten bringt mit sich, dass sie als
Nicht-Glaubensfest, Verdreher der Worte Gottes tituliert werden. Sie sind der
Gegensatz zu dem von Gott gesagtem und unveränderbarem Wort bzw. Schrift.
Diese
Fähigkeit mit dem Fortschritt mit zugehen verschafft den Teil der Menschheit,
der großes Bedürfnis zu geistige Heimat spürt, Halt ohne ihn in festen
beziehungsweise festgefahrenen Regeln und Strukturen zu erzwingen. Hier muss die
Verantwortung gegenüber den Mitmenschen, der Natur und des Kosmos, besonders
hervorgehoben werden.
Zu 3. die
Dauerhaftigkeit steht im eklatanten Widerspruch zum Gedanken der temporären
Lebensweise. Also der Mensch wird wiederkommen und muss sich dementsprechend
seiner Mitmenschen, anderen Lebewesen und der Natur gegenüber verhalten.
Die
erlittenen Pogrome, Völkermorde, Verfolgungen und Unterdruckungen zwangen die
Êzîdî sich an die Umwelt (im negativen Sinne) anzupassen und somit die
wesentlichen Grundsätze ihrer Philosophie fast in das Gegenteil zu verdrehen.
Es werden
nicht zuletzt Werte verteidigt, die mit Toleranz, Selbstverantwortung,
Verantwortung gegenüber der Natur und anderen Lebewesen, nichts gemein haben.
Für den Vorstand
Vorstandsvorsitzender
D. Hasso
Berlin,
15.02.2006