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Vorschläge des Scheikh
Djengizkhan Hasso in Juni 2004 an den amerikanischen Präsidenten Georg W. Bush
zur Verbesserung der Lage der Êzîdî
Sehr geehrter Herr Präsident
aus historischen Gründen sind die Ezidi Veränderungen gegenüber
nicht sehr aufgeschlossen. Sie waren fast immer Verlierer und Opfer solcher
Veränderungen.
Sie haben jedoch an die durch die Befreiung des Irak durch
alliierte Streitkräfte ersehnten Veränderung große Hoffnungen gehegt.
Fortschritte haben sie schon erlebt, diese reichen jedoch bei weitem nicht aus.
Hilfreich sowohl für die Ezidi als auch für die Befreier ist es
die vorhandene Vertrauensbasis zu erhalten und auszubauen. Folgende Schritte
sind für dieses Ziel unabdingbar:
1. Aufnahme der ezidischen Religion in die Verfassung des
zukünftigen Iraks.
2. Zur Beseitigung erfahrener Ungerechtigkeiten, Beteiligung
der Ezidi mindestens entsprechend Ihres Anteils an die Gesamtbevölkerungszahl an
allen Bereichen des Lebens im Irak und in Kurdistan. Z.B. Ihre Beteiligung an
höhere Staatsämter, Wissenschaftsinstitutionen, Sicherheitsorgane, Militär,
Justiz, Staatsmedien u.a. sowie deren Beteiligung an die Einnahmen des Landes
entsprechend ihren Anteil an die Gesamtbevölkerungsanzahl. Die Selbstverwaltung
in den Regionen mit mehrheitlich ezidischem Bevölkerungsanteil. Verbot ihrer
Diskriminierung und Verabschiedung entsprechender Gesetzte.
3. Aufbau von Universitäten in den ezidischen Regionen,
jedoch mindestens in Schengal und Esifne.
4. Aufbau eines Flughafens in Schengal, sowie Aufbau der
Infrastruktur in den ezidischen Gebieten, wie qualitativ gute und quantitativ
ausreichende Telekommunikationsmöglichleiten, Straßenbau (Autobahn Schnegal-
Ninive- Syrien), Eisenbahn und Anbindung an die allgemeinen Versorgungsnetze.
5. Einführung des Fachbereiches ezidische Theologie und
Religionsgeschichte an den Universitäten, sowie die Einführung der ezidischen
Religion an Grund-, Mittel- und Oberschulen, dort wo sich ezidische Schüler
befinden.
6. Anerkennung von Lalisch, Scherfedin und andere ezidische
Heiligtümer als kulturelle und religiöse Erbe des Iraks und Pflichtmachung der
Unterstützung derer Pflege durch den Staat.
7. Anerkennung der ezidischen Feieretage.
8. Anerkennung der Vorgänge des Personenstandeswesen, welche
nach ezidischem Recht durch Scheikhsin Scheikhs vorgenommen wird.
9. Umsetzung des von dem Baathregime gestoppten
Wasserprojektes bei Schengal.
Bei Umsetzung der oben stehenden Vorschläge, erhoffen wir uns
eine relative Wiedergutmachung des erlebten Unrechts, durch das Baathregime und
die Regime davor. Weiterhin erhoffen wir uns davon ein Vertrauensschub für den
Demokratisierungsprozess in der ezidischen Community.
Djengizkhan Hasso
Ezidischer Scheich
Ninive, 06.06.2004
lalisch@t-online.de